
Impression von einer Trasse der Qinghai-Tibet-Bahn. Die Qinghai-Tibet Eisenbahnstrecke Xining, die Hauptstadt der Provinz Qinghai, mit Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebietes Tibet. Die Gesamtstrecke geht über 1956 km — mit den beiden Teilabschnitten Xining–Golmud und Golmud–Lhasa. Mit einem Scheitelpunkt von 5.072 Metern ist sie die höchstgelegene Bahnstrecke der Erde (255 m höher als die peruanische Andenbahn). An ihr liegen ebenfalls der höchstgelegene Bahnhof der Welt (Tanggula, 5.068 m) und der höchstgelegene Tunnel der Welt (4.905 m). In Höhen von mehr als 4.000 Metern verlaufen rund 960 km des Streckenabschnitts von Golmud bis Lhasa. Damit ist die Lhasa-Bahn, das bisher größte Eisenbahnbauprojekt des 21. Jahrhunderts. Im August 2006 ist die Strecke in den Regelbetrieb übergegangen. Die Ausstattung der Wagen auf der Bahnstrecke ist unterschiedlich komfortabel. Auf Grund der großen Höhe, in der die Züge verkehren, sind in allen Wagen Systeme zur Sauerstoffversorgung eingebaut. Über die zentrale Klimaanlage wird die Luft zentral durchgehend so mit Sauerstoff angereichert, wie es einer Höhe von ca. 2000–3000 m entspricht. In China wird die mit einem Aufwand von 3,3 Milliarden Euro errichtete Bahn als Projekt von hoher nationaler Bedeutung, vergleichbar nur mit der Chinesischen Mauer oder dem Drei-Schluchten-Damm betrachtet. Dank der Bahn sollen sich Tibets Bodenschätze leichter abtransportieren und Grundstoffe wie Kohle, Stahl oder Baumaterial zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten nach Tibet transportieren lassen. Die meisten Experten meinen allerdings, ein Ausbau der Straße wäre wirtschaftlich sinnvoller gewesen. Die Kritik an der Bahn beruht vor allem darauf, das für dass tibetische Volk die Bahn einen weiteren, von der Kommunistischen Partei Chinas gewollten Eingriff in die eigene Kultur bringe und die politische Kontrolle durch China erhöhe. Es wird aber auch mit einer Zunahme der Zuwanderung aus dem restlichen China gerechnet, was für die Bevölkerung Tibets einen ungewünschten Eingriff darstelle. Menschenrechtsorganisationen erwarten zudem eine Nutzung der Bahn für militärische Zwecke, da die Transportdauer für Soldaten von Golmud nach Lhasa verkürzt wird. Zentral Tibet 2009
