
Andrang in der Klosterräumen von Tashilhunpo in Shigatse, der wohl einzig noch Original erhalten Klosterstadt Tibets. Das Kloster wurde 1447 von Gendünzhub, einem der beiden wichtigsten Schüler von Tsongkhapa, dem großen Reformator, der die Gelug-Tradition gründete (Gelbmützenorden) und der später (rückwirkend) als erster Dalai Lama galt, gegründet. Tashilhunpo ist eine der ganz großen Klosteruniversitäten der Gelug-Schule zur Ausbildung von buddhistischen Gelehrten (Geshe). Losang Qoigyi Gyaincain wurde 1601 Abt von Tashilumpo. Er war der erste, der den Titel des Panchen Lama – einer der wichtigsten Autoritäten des tibetischen Buddhismus – trug (offiziell die Nr. 2 nach dem Dalai Lama). Seitdem ist Tashilhunpo der Sitz des Panchen Lama. Während der Kulturrevolution wurden Teile des Klosters zerstört, darunter die Grabstupas des 5. bis 9. Panchen Lama. Von ursprünglich 5000–7000 Mönchen wurden die meisten inhaftiert oder getötet, ca. 250 flüchteten ins Ausland, wo sie das Kloster im Exil wieder errichteten. Erst in den 80er Jahren wurden die Einschränkungen der Religionsausübung gelockert und das Kloster wieder aufgebaut. Die Linie der Panchen Lamas erfuhr in der zweiten Hälfte des 20 Jhd. eine turbulente Geschichte. Der 10te Panchen Lama war bereits von der chinesischen Regierung eingesetzt. Lange Zeit als Protege Chinas geltend, wies er ins einen letzten Jahren vermehrt auf die Mißstände in Tibet hin. 1989 fuhr der 10te Panchen Lama daraufhin nach Peking um sich mit der KP Spitze über die Probleme in seinem Land zu unterhalten. Der Panchen Lama starb auf dem Rückweg, offiziell an Herzversagen, doch nicht wenige Tibeter glauben er wäre vergiftet worden. 1995 identifizierte der Dalai Lama einen kleinen Jungen aus der Amdo Region (Ghedun Choekyi Nyima) als den 11ten Panchen Lama. Wenig später wurde dieser und seine Familie verhaftet. Bis heute ist sein Schicksal ungeklärt. Gyancain Norbu, Sohn eines Mitglieds der kommunistischen Partei wurde danach von China als neuer Panchen Lama ausgerufen, welcher bis heute von den meisten Tibetern und dem Dalai Lama abgelehnt wird. Tashilhunpo, Shigatse, Tsang Region, Tibet 2009 Am 30. Januar 1989 unterzeichnete Li Peng den Beschluss zur Errichtung eines Grabstupas für den 10. Panchen Lama, der im August 1993 fertig gestellt wurde. Der von der chinesischen Regierung anerkannte 11. Panchen Lama, Gyaincain Norbu, lebt heute in Zhaxilhünbo. Er wird vom gegenwärtigen 14. Dalai Lama nicht als legitime Reinkarnation anerkannt.
